INTO THE INFERNO (KUNST UND KRISE #1)

by Elmar Hermann


Opening: 12/03/2021 19:00

On view till: 09/04/2021


Das STUDIO FOR ARTISTIC RESEARCH verhandelt in seinem Ausstellungsprogramm
KUNST UND KRISE in einer NEUEN NORMALITÄT 2021

 

»INTO THE INFERNO«
by ELMAR HERMANN
online OPENING + TALK
FR 12.03.2021 7pm live on www.studioforartisticresearch.com

 

GUESTS
Timo Krause
Malte van der Meyden
Noemi Smolik

 

TALK 12.03.2021 7PM
Dr. Noemi Smolik + Elmar Hermann + Stephan Machac

 

13.03. - 09.04.2021 by appointment contact@studioforartisticresearch.com

 


INTO THE INFERNO
Elmar Hermann hat 2020 zwischen verschiedenen Lockdown-Szenarien die Ausstellung BUCHSTÄBLICH im STUDIO FOR ARTISTIC RESEARCH realisiert. Die dadurch gewonnenen Erfahrungswerte möchten wir für die erste Ausstellung 2021 konkretisieren.
Die  Fragestellungen der Ausstellungsreihe verhandelt Elmar Hermann in seiner Installation INTO THE INFERNO mit drei Gästen: dem Künstler Timo Krause, dem Objekt Designer Malte van der Meyden und der Kunstkritikerin Noemi Smolik. Das aufgezeichnete Gespräch zur Eröffnung wird Teil der Installation. 

 

„Die Installation reagiert unmittelbar auf Erfahrungen der Pandemie und wurde in einer ersten Version bereits 2020 im Künstlerhaus Schloss Balmoral gezeigt. Da Ausstellungen verschoben oder abgesagt werden mussten, verlagerte Elmar Hermann seine Praxis zunehmend in den digitalen sowie in den öffentlichen Raum. In der Ausstellung führt er Gedanken und Formen aus Projekten zusammen, die er realisierte, als die ganze Infrastruktur des Ausstellens plötzlich von Hundert auf Null gefahren wurde. Modifizierte Formen aus der 3D-animierten Szenerie seines Online-Projekts www.defaultconcepts.net werden in den physischen Ausstellungsraum übersetzt. Hermanns generelles Interesse an Regeln knüpft hier an. Was darf, kann, muss man sagen oder tun? Was ist sinnvoll und was sinnlos? Die neu eingeführten Hygieneregeln haben uns nachweislich vor einem schlimmeren Corona Szenario bewahrt. Und doch wurden imaginäre und reale Grenzen festgelegt, die uns schützen und gleichzeitig einschränken. Symbolisch dafür steht mitten im Ausstellungsraum ein 5 Meter langer Metallzaun, den Hermann zu einem Zwerchfell umformt. Dieser wichtige Atemmuskel ist mal für das Lachen und mal für den Schluckauf verantwortlich. Beides lässt sich nur schwer unterdrücken. Humor, Austausch und Gemeinschaft sind die Grundelemente in Hermanns künstlerischer Praxis, die er systematisch einsetzt.“ Text: Olga Vostretsova (Kuratorin, Leipzig)

 

Elmar Hermann setzt sich in seiner künstlerischen Arbeit mit der Komplexität zwischenmenschlicher Kommunikation auseinander. Neben Kunst studierte er Linguistik und Philosophie und nutzt gezielt Instrumentarien dieser Fachgebiete sowie weiteres Material u.a. aus Film und Popkultur. Seit 2007 hatte Elmar Hermann zahlreiche Ausstellungen, Vorträge und Stipendien im In- und Ausland. www.elmarhermann.net

 

Timo Krause, geb. 1985 in Leverkusen, lebt in Wuppertal, Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler von Prof Rita McBride. In seinen medial komplexen Arbeiten untersucht Krause wirksame Konzepte und Ideologien der globalisierten, digitalisierten, ästhetisierten und ökonomisierten Gegenwart. Wiederkehrendes Motiv ist die Analyse der strukturellen und individuellen Bedingungen von (künstlerischer) Arbeit als sozialem Phänomen.

 

Malte van der Meyden ist ein Objekt Designer mit Sitz in Düsseldorf, Deutschland. Er hat seinen Abschluss an der Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf gemacht. Seine Praxis wird von Materialfantasien und Obsessionen angetrieben. www.maltevandermeyden.de

 

Dr. Noemi Smolik studierte Kunstgeschichte, Geschichte und Philosophie in Köln und New York. Als Kunsttheoretikerin und- kritikerin publiziert sie zahlreiche Texte in Ausstellungskatalogen (u.a.Tate Modern/London, Lehnbachhaus/München, Ludwig Museum/Köln). Ihre Beiträge zur Kunst der Gegenwart erscheinen regelmäßig in der FAZ/Frankfurt, im artforum/New York und in der frieze/London/Berlin.

 

KUNST UND KRISE in einer NEUEN NORMALITÄT 2021

Es gibt eine Notwendigkeit, sich mit seiner künstlerischen Praxis zu oder gegen eine »neuen Normalität« zu verhalten und diese zu prägen. Das Update der Gefährdungsszenarien ist fortlaufend. Während der Begriff des „neuen Normalen“ 2018, zur Beschreibung des Neopopulismus in Amerika und Europa durch den Sprachphilosophen und Politikwissenschaftler Paul Sailer-Wlasits entwickelt und von Hans Martin Esser geprägt wurde, beschreibt er nun einen Ausnahmezustand der zur Normalität geworden ist. Ein Konzept kann nur sein, sich zu positionieren. Darum sollten wir überlegen, welche Relevanz die Kunst in der Krise hat und wie sie relevant sein kann.
Wir befinden uns in einem der größten gesellschaftlich übergreifenden Diskurse. Um diesen zu verhandeln, müssen Fragestellungen an die Kunst diskutiert werden. Eines der passenden Formate dafür ist eine auch online zugängliche Ausstellungs- und Gesprächsreihe. Dieses Format findet 2021 in einem regelmäßigen Rhythmus statt, um so auf die Geschwindigkeit soziokultureller Veränderungen reagieren zu können. Als GesprächsteilnehmerInnen werden Akteure der Kultur wie KünstlerInnen, KuratorInnen oder KunstwissenschaftlerInnen mit Sozial- und GesellschaftsforscherInnen oder aus anderen Bereichen der Forschung mit wissenschaftlichem Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung eingeladen. Die Teilnahme einer Öffentlichkeit ist unter Einhaltung der Hygienevorschriften vor Ort oder live online möglich. Fragen aus dieser Öffentlichkeit sollen diskutiert werden. Das Format soll helfen, diese »Neue Normalität« und das Wirken der Kunst in der Krise, kritisch zu reflektieren und zu einem besseren Verstehen unserer Gegenwart und möglichen Zukunft beitragen.

 

 

Die Ausstellung wird gefördert von:

 

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INTO THE INFERNO Trailer - Video by Timo Krause